Roter Mohn

Roter Mohn

Rotflammender Mohn den Hag entlang,
Rotflammender Mohn am hügelhang,
Wohin auch das Auge sich wendet, loht
Es hüben und drüben in leuchtendem Rot.

Die brennende Sonne des Juli lacht
Aus strahlendem Blau herab auf die Fracht;
Ihr Kuß hat die schlummernden Knospen geweckt,
Die taufrische Halde mit Blüten bedeckt.

Und wenn nun ein flüchtiger Windhauch nur
Mit heimlichem Flüstern bestreicht die Flur,
Da fährt sie empor, ein hin und her
In purpurnen Wogen wallendes Meer.

Das letzte Gekräusel verzittert am Saum
Des Waldes, gleich wonnigem Morgentraum,
Und leise nickend grüßt Berg und Tal
Rotflammend der Mohn im Mittagsstrahl.

Antonie Jüngst

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